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Von Jürgen Wasem-Gutensohn*
Die Zentralstelle "Corporate Information Technology" (CIT) von Siemens hat eine bestehende Anwendung im Personalbereich zur Auswertung der betrieblichen Altersvorsorge (Versorgungsprognose) durch eine flexiblere und schnellere Applikation mit der Integration der Business-Intelligence-Plattform WebFOCUS von Information Builders abgelöst. Erstmals stehen gebündelt alle relevanten Informationen übersichtlich aufbereitet zur Verfügung.
„Die vormals genutzte Lösung zur Auswertung und Aufbereitung der Versorgungsprognose von Mitarbeitern erwies sich bei Auswertungen als zu langsam“, berichtet Andrea Lindenau, Projektleiterin bei der CIT der Siemens AG in München. Seit Frühjahr 2010 setzt Siemens nun weltweit als Business-Intelligence (BI)-Frontend-Lösung auf WebFOCUS von Information Builders. Der Münchner Technologiekonzern hat dieses Frontendtool in die Liste seiner Standardplattformen aufgenommen.
Zuvor musste WebFOCUS in einer Machbarkeitsstudie (Proof-of-Concept für das Projekt Versorgungsprognose) seine Eignung und Leistungsfähigkeit nachweisen. Wichtig dabei waren zwei Aspekte: Die neue Applikation muss in der Lage sein, optisch überzeugende Berichte zu liefern und diese müssen so schnell wie nötig auf dem Bildschirm eines Mitarbeiters der Personalabteilung erscheinen. Beide Anforderungen erfüllte die neue Software sehr gut. Bei der Performance wurden in diesem Fall Steigerungen um den Faktor fünf bis acht erzielt. Bemerkenswert war ferner, wie schnell die Einarbeitung in die Entwicklungsumgebung der WebFOCUS Plattform gelang.
Im Anschluss an die grundsätzliche Entscheidung für die BI-Plattform startete Siemens gemeinsam mit einem Solutions Engineer von Information Builders die Arbeiten an dieser Anwendung. Innerhalb von nur zwei Tagen war eine erste lauffähige Lösung erstellt. Auf dem Einsatzgebiet sensibler Personaldaten kommt es darauf an, solche Informationen sicher, und das heißt verschlüsselt, von den SAP-Quellsystemen in eine WebFOCUS-Applikation zu übertragen.
Sichere Übertragung sensibler Personaldaten
Um eine sichere End-to-End-Verbindung aufzubauen, nutzt die zentrale IT-Abteilung eine Reihe von Funktionen. Standardmäßig enthalten die im Einsatz befindlichen SAP-Anwendungen bereits umfangreiche Sicherheitsmechanismen. Zusätzlich zu den weit verbreiteten Rollen- und Berechtigungskonzepten kommt unter anderem die Secure Network Connections (SNC) Technologie im vorgestellten Projekt „Versorgungsprognose“ zum Einsatz.
Ein weiteres Element der Implementierung war, dass die BI-Lösung via OLAP BAPI-Schnittstelle sämtliche in SAP BW (Business Warehouse) hinterlegten Geschäftsregeln verwendet und auf jedes Objekt innerhalb von SAP BW zugreift. Ein Entwicklungstool mit grafischer Benutzeroberfläche erkennt SAP-BW-Metadaten, stellt sie visuell dar und berücksichtigt die dazugehörigen SAP-OLAP-Reporting-Regeln. Dieses intuitive Werkzeug hilft Entwicklern, bei der effizienten Reportingentwicklung (kurze Entwicklungszeit und niedrige –kosten).
Diese Funktionalität ermöglicht den Personalabteilungen den dynamischen Zugriff auf die operativen Daten aus den berechtigten SAP-Datenquellen transparent in jede Anwendung einzubeziehen.
Individuelle Versorgungsprognose
Ein wesentliches Projektziel war es, den Mitarbeitern der Personalabteilung die benötigten Informationen aus den verschiedenen Bereichen der Altersvorsorge schneller und einfacher zur Verfügung zu stellen. Erst mit der neuen BI-Applikationen ist damit eine ganzheitliche Sicht auf alle benötigten Daten aus dem Bereich Altersvorsorge möglich.
Ein prozessoptimierter Workflow (von der Entstehung der Daten im operativen System, über die Generierung einer Versorgungsprognose bis hin zur Archivierung) ist der wesentliche Vorteil. Zudem ist die Lösung vollständig in die bestehende Siemens-Verfahrenslandschaft zur betrieblichen Altersvorsorge integriert. Schnelle und exakte Reports zum aktuellen Status des Versorgungsplans sowie der Simulation zukünftiger Ansprüche ermöglichen den Personalabteilungsangestellten, sich beim Mitarbeitergespräch individuell auf eine Beratung zu konzentrieren.
In der ersten Phase arbeiten rund 200 Mitarbeiter in den Personalabteilungen mit der Applikation Versorgungsprognose, die Daten von zirka 150.000 Siemens-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern enthält. In der weiteren Ausbauphase werden 400 Personalmitarbeiter auf die Anwendung zugreifen.
„Beeindruckend in diesem komplexen Projekt war der kurze Implementierungszyklus. Von der Planung bis zur produktiven Nutzung vergingen nur knapp drei Monate“, kommentiert Xaver Zerreis, Vice President und verantwortlich bei Corporate IT für den Bereich Human Resources Solutions. „In Übereinstimmung mit der Konzernstrategie wird die BI-Plattform WebFOCUS genutzt, um damit neue BI-Frontend-Anwendungen zu erstellen. Dieses Beispiel zeigte mir, dass wir durch die konsequente Nutzung der WebFOCUS-Technologie der Firma Information Builders die Basis für weitere Produktivitätssteigerungen geschaffen haben. Diese Investition in WebFOCUS ist der Grundstein für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten um weitere Optimierungen der IT-Applikationen in der Zukunft zu ermöglichen.“. * Jürgen Wasem-Gutensohn ist Redakteur bei der Beratungsgesellschaft für strategische Kommunikation PR-COM in München.
Das Unternehmen
Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Der Konzern ist auf den Gebieten Industrie und Energie sowie im Gesundheitssektor tätig. Siemens steht seit über 160 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität. Siemens ist außerdem weltweit der größte Anbieter umweltfreundlicher Technologien. Mit rund 28 Milliarden Euro entfällt mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes auf grüne Produkte und Lösungen. Insgesamt erzielte Siemens im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. September 2010 endete, einen Umsatz von 76 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 4,1 Milliarden Euro. Ende September 2010 hatte das Unternehmen weltweit rund 405.000 Beschäftigte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com.
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